Das richtige Terrarium zur Geckohaltung

Bei der artgerechten Haltung von Geckos spielt das richtige Terrarium eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel befassen wir uns deshalb mit der Größe, dem Kauf bzw. Bau und der Einrichtung des Terrariums. Zusätzlich wird natürlich auch noch etwas Technik benötigt. Da dieses Thema allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, haben wir es in einem eigenen Artikel behandelt (siehe: Die richtige Technik für das Terrarium).

Die ideale Terrariengröße

Welche Terrariengröße man wählen sollte, hängt immer davon ab, welche Geckoart man bei sich zu Hause aufnehmen möchte. Das liegt daran, dass die verschiedenen Arten unterschiedliche Größen erreichen und deshalb jeweils unterschiedliche Platzanforderungen stellen.

Als Richtwert für die passende Terrariengröße hat sich bei der artgerechten Geckohaltung, bei der immer mindestens zwei Tiere zusammen gehalten werden sollten, die folgende Formel etabliert:

Terrariengröße (Länge, Breite, Höhe) = (KRL x 4), (KRL x 3), (KRL x 2)

KRL steht dabei für die Kopf-Rumpf-Länge der ausgewachsenen Geckos. Bei der Bestimmung der KRL wird von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel gemessen.

Achtung: Die eben genannte Formel bezieht sich ausschließlich auf ein Terrariun für zwei Geckos. Für jedes weitere Tier sollte die Grundfläche des Terrariums (= Länge x Breite) um zusätzliche 50 % erhöht werden!

Ein Beispiel: Terrarium für Leopardgeckos

Sucht man also nach einem geeigneten Terrarium für Leopardgeckos, die ausgewachsen eine Länge von etwa 25 cm erreichen, ergeben sich nach der Formel von oben die folgenden Dimensionen:

Länge = 25 cm x 4 (= 100 cm)
Breite = 25 cm x 3 (= 75 cm)
Höhe = 25 cm x 2 (= 50 cm)

Das Terrarium sollte folglich mindestens 100 cm x 75 cm x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) groß sein.

Wer seinen Geckos ein kleineres Terrarium zur Verfügung stellt, wird sehr bald merken, dass diese sich in ihrem neuen Zuhause nicht wohl fühlen. Dies ist dann auch für den Halter weniger schön, denn schlechte Haltungsbedingungen haben einen negativen Einfluss auf das Verhalten der Tiere.

Zusätzlich ist erwiesen, dass Geckos in zu kleinen Terrarien öfter krank werden und deutlich zeitiger sterben. Außerdem ist es doch viel schöner, zu beobachten, wie sich Geckos verhalten, wenn es ihnen gut geht. Bei der Terrariumgröße gilt also: je größer, desto besser.

Das Terrarium: Kaufen oder Eigenbau?

Im Fachhandel gibt es Terrarien aus den verschiedensten Materialien in diversen Größen für teils deutlich unterschiedliche Preise zu kaufen. Die Auswahl eines geeigneten Terrariums für die Haltung von Geckos ist deshalb nicht ganz so einfach.

Generell kann man sagen, dass die im Zoohandel zu günstigen Preisen verfügbaren Terrarien fast immer viel zu klein für eine artgerechte Haltung sind. Im Interesse der Tiere sollte man zu kleine Terrariren von vornherein ausschließen und sich nicht von den mitunter günstigen Preisen locken lassen.

Als Alternative haben viele Läden noch große Glasterrarien im Angebot, die für eine artgerechte Haltung meist deutlich besser geeignet sind. Ein Glasterrarium, das in Sachen Dimensionen die oben berechneten Mindestanforderungen erfüllt, ist allerdings nicht gerade günstig und geht üblicherweise deutlich in den dreistelligen Euro-Bereich.

In den letzten Jahren haben sich deshalb Holzterrarien mit Glasfront als günstige und dennoch artgerechte Alternative etabliert. Ein solches Holzterraium bekommt man im Internet entweder bereits vormontiert oder als Bausatz, den man meist mit wenigen Handgriffen und ohne viel Werkzeug relativ einfach zusammenbauen kann.

Empfehlenswerte Terrarien

Holzterrarium für Reptilien

  • Maße: 120 cm x 60 cm x 60 cm
  • Material: OSB-Platten mit Glasfront
  • Mit Seitenbelüftung
  • Preis: etwa 80 Euro
Reptiterra Holzterrarium

  • Maße: 120 cm x 60 cm x 60 cm
  • Material: OSB-Platten mit Glasfront
  • Mit Frontbelüftung
  • Preis: etwa 80 Euro
TerraBasic RepCage Holzterrarium

  • Maße: 120 cm x 60 cm x 60 cm
  • Material: OSB-Platten mit Glasfront
  • Mit Seitenbelüftung
  • Mit Thermo-Hygrometer
  • Preis: etwa 90 Euro

Eigenbau: Das Terrarium selbst bauen

Leider findet man im Zoohandel oft nur kleinere oder immens teure Terrarien, so dass es durchaus sinnvoll sein kann, selbst ein Terrarium zu bauen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick dürfte dies relativ kostengünstig zu verwirklichen sein. Der Vorteil beim Eigenbau ist, dass man diesen in allen Belangen so gestalten kann, wie man es gerne hätte und wie es für die Tiere am besten ist.

Bevor man sich allerdings an den Terrarienbau heran wagt, sollte man einige Dinge vorher klären. Fragen, die man sich stellen sollte, sind beispielsweise diese hier:

  • Wie viel Platz steht mir für das Terrarium zur Verfügung?
  • Wie groß kann das Terrarium sein und welchen Standort bestimme ich dafür?
  • Welche Art Terrarium möchte ich bauen (trockenes Klima, feuchtes Klima)?
  • Welches Material will ich verwenden und welche Bauweise bevorzuge ich?

Beim Bau des Terrariums sollte man dann darauf achten, dass man ausreichend Belüftungsflächen schafft, damit Stickluft vermieden werden kann. Wichtig ist zudem, dass die Beleuchtung der Geckoart sowie der Größe des Terrariums angepasst werden kann.

Wer sich an die Elektrik in einem Terrarium nicht heran wagen möchte, sollte einen Fachmann um Hilfe bitten, denn es ist äußerst wichtig, dass ein für Geckos angenehmes Klima geschaffen wird. Wichtig sind dabei die Beheizung (mit Hilfe von Heizmatten oder Heizkabel), die Kühlung (mit Ventilatoren u.Ä.), sowie die Feuchtigkeit (durch eine Regenanlage oder einen Ultraschallvernebler etc.).

Unbedingt geplant werden sollte bei einem Terrariumbau ein Wasserfall, ein Teich oder ein Flusslauf, außerdem sollte man besonderen Wert auf die Inneneinrichtung und die Wandgestaltung legen.

Am besten ist, man kombiniert verschiedene Materialien beim Bau miteinander. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man zugeschnittene und geschliffene Glasscheiben kaufen und diese dann mithilfe von Silikon zu einem Terrarium zusammenbauen. Es eignet sich aber nur für kleine Geckoarten, die nicht viel frische Luft benötigen.

Wer kein Vollglasterrarium möchte, der kann das Terrarium auch komplett aus Holz bauen. Lediglich die Front sollte aus Glas bestehen. Wenn man sich für diese Variante entscheidet, sollte man aber Spezialplatten verwenden, die wasserabweisend sind. Ansonsten eignet sich das Terrarium aus Holz nur für Trockenterrarien.

Auch mit Styropor kann man relativ schnell ein Terrarium bauen, indem man Styroporplatten entsprechend zuschneidet und mit Silikon verklebt. Von Vorteil ist hier, dass man Belüftungsflächen, Beleuchtung und andere notwendige Dinge relativ leicht anbringen kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Terrarien mit einem Metallrahmen aus Stahl, Eisen oder Aluminium zu bauen. Dies kann dann mit Holz, Glas oder Plexiglas kombiniert werden. Im Handel findet man hierfür bereits fertige Stecksysteme.

Der Vorteil bei Terrarienbauten, die mit Beton oder Ziegel gemauert sind, ist, dass diese sehr stabil sind und sehr lange halten.

Die passende Einrichtung

Es gibt verschiedene Einrichtungsgegenstände für Geckos, welche diesen das Leben im Terrarium verschönern. Damit es keinen Streit gibt, wenn man mehrere Geckos in einer Gruppe hält, sollte darauf geachtet werden, dass jeder Gecko mindestens eine Höhle hat. Daneben sollte es noch viele weitere Versteckmöglichkeiten geben, die sicher im Terrarium angebracht werden sollten.

Allgemein ist es wichtig, den natürlichen Lebensraum der Geckos so gut wie möglich nachzubilden. Für die meisten Geckoarten bedeutet dies, dass versucht werden muss, ein Wüstenklima oder eine Steppe naturgetreu nachzubilden. Was die Bepflanzung anbelangt, sollte man am besten auf Tillandsien zurückgreifen, denn diese kommen der natürlichen Umgebung des Geckos am nächsten.

Als Untergrund für das Terrarium sollte man ein Gemisch aus Sand und Lehm verwenden. Da Geckos leidenschaftlich gerne graben, sollte man darauf achten, den Boden mit mindestens 5 bis 10 cm der Mischung zu bedecken. Schwere Gegenstände sollten aber immer direkt auf dem Boden stehen, damit diese beim Graben nicht auf den Gecko stürzen können.

Ganz wichtig für den Gecko sind Versteckmöglichkeiten, denn in diesen wird er fast den gesamten Tag verbringen. Hierfür eignen sich Stein-Aufbauten ebenso wie Wurzeln, Korkeichenrinde, Blumen-Untersetzer die man umdreht, halbierte Blumentöpfe und Kunsthöhlen. Beim Einrichten sollte darauf geachtet werden, dass der Gecko viele dunkle Verstecke hat, die ihm Schutz bieten können. Allerdings sollten die Verstecke nicht zu geräumig sein, sonst fühlt sich der Gecko nicht geborgen.

Auch Klettermöglichkeiten sind für den Gecko sehr wichtig. Dicke, raue Äste und eine strukturierte Rückwand mit Plateaus sollten ein Muss in einem Gecko Terrarium sein. Wer handwerklich ein wenig geschickt ist, kann innerhalb kurzer Zeit mit Styropor, Mörtel oder flachen Steinen eine Rückwand für das Terrarium bauen.

Der Gecko sollte in seinem Terrarium auch einige Pflanzen haben. Diese sollten aber besonders widerstandsfähig sein, wie zum Beispiel der Bogenhanf. Unverzichtbar ist auch eine Trinkschale, die man regelmäßig mit frischem Wasser befüllt.

Das richtige Terrarium zur Geckohaltung
Bewerte den Artikel

Weitere interessante Artikel über Geckos: