Die richtige Technik zur Simulation des natürlichen Lebensraums im Terrarium

Für eine artgerechte Geckohaltung ist neben einem ausreichend dimensionierten Terrarium vor allem die bestmögliche Imitation des natürlichen Lebensraums der jeweiligen Geckoart von essentieller Bedeutung. In diesem Artikel erklären wir, wie man das am besten bewerkstelligen kann und welche Technik dafür notwendig ist.

Die Simulation des natürlichen Lebensraums

Geckos kommen aus Gebieten mit ganz anderen klimatischen Bedingungen als sie hier bei uns vorherrschen. Entsprechend müssen diese klimatischen Bedingungen im Terrarium imitiert werden, damit sich die Tiere rundum wohlfühlen können.

Von Bedeutung sind hier die Punkte Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Jede Geckoart stellt hier etwas andere Anforderungen, aber alle haben gemein, dass man um den Einsatz von technischen Hilfsmitteln nicht herumkommt.

Die Beleuchtung in einem Terrarium

Ein Punkt, der sehr wichtig bei der artgerechten Geckohaltung ist, ist die Beleuchtung. Wer die Beleuchtung aus Unwissenheit vernachlässigt, kann das Leben der Geckos sehr beeinträchtigen. Denn die Beleuchtung hat im Terrarium viele wichtige Aufgaben im Rahmen der „Simulation“ des natürlichen Lebensraums der Tiere.

Die Beleuchtung ist zum einen notwendig zur Tag-/Nachtregelung und zur Jahreszeitensimulation. Zum anderen bietet die passende Beleuchtung Geckos auch das nötige Licht, das der Stoffwechsel der Tiere zum richtigen Funktionieren benötigt. Zusätzlich ist die Beleuchtung im Terrarium auch als Wärmequelle wichtig. Da Geckos je nach Art entweder nachtaktiv oder tagaktiv sind, haben sie deshalb teils unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtung im Terrarium.

Man kann die Beleuchtung grundsätzlich in Grundbeleuchtung und Wärmebeleuchtung unterscheiden. Bei manchen Geckoarten spielt auch das Thema UV-Beleuchtung noch eine wichtige Rolle.

Grundbeleuchtung

Die Grundbeleuchtung im Terrarium ist wichtig, weil sie den Geckos die nötige Helligkeit liefern soll, die für eine Simulation von Tag und Nacht notwendig ist. Zum Einsatz kommen hier meist Leuchtstoffröhren, die über die passenden Lichteigenschaften für die jeweilige Geckoart verfügen.

Wärmebeleuchtung

Die Wärmebeleuchtung im Terrarium ist für die Wärmeregulierung zuständig und gewährleistet zusätzlich, dass es innerhalb des Terrariums Flächen mit unterschiedlichen Temperaturen geben kann. Hier kommen meist Halogen-Spots zum Einsatz.

UV-Beleuchtung

Die UV-Beleuchtung im Terrarium ist für die Versorgung der Geckos mit UVA- und UVB-Strahlen zuständig. Ob sie zwingend notwendig ist, hängt in erster Linie davon ab, ob die jeweilige Geckoart eher nachtaktiv oder eher tagaktiv ist. Tagaktive Geckos brauchen UV-Licht auf jeden Fall, damit sie gesund bleiben. In der Natur sind die UV-Strahlen nämlich im Sonnenlicht enthalten und werden u.a. zur körpereigenen Bildung von Vitaminen benötigt. Bei nachtaktiven Arten hingegen ist das UV-Licht eher optional.

Das richtige Klima

Besonders wichtig ist, dass der Gecko in seinem Terrarium ein angemessenes Klima vorfindet. Welche Temperaturen und welche Luftfeuchtigkeit für den Gecko optimal ist, hängt davon ab, für welche Geckoart man sich entschieden hat (siehe: Ein Beispiel: Der Leopardgecko). Um am Anfang ein Gespür dafür zu bekommen, wie man Temperatur und Luftfeuchtigkeit richtig einstellt, ist es wichtig, in den ersten Wochen die Werte mit einem Thermo- bzw. Hygrometer zu beobachten.

Die richtige Temperatur

Wie bereits geschrieben, sind die richtigen Temperaturen von der jeweiligen Geckoart abhängig. Grundsätzlich sind Geckos wechselwarme Tiere, was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur bestimmt wird. Im Terrarium wird die Temperatur üblicherweise auf zwei verschiedene Arten reguliert, damit nach dem natürlichen Vorbild auch unterschiedliche Wärmezonen möglich sind.

Wärmematten für die Grundtemperatur

Spezielle Wärmematten bzw. Heizmatten werden entweder auf dem Boden des Terrariums platziert oder im Terrarium angebracht (meist verklebt). Mit ihnen lässt sich die benötigte Grundtemperatur über eine größere Fläche regulieren. In kleineren Terrarien wird manchmal auf die Wärmematten verzichtet und die Grundtemperatur nur über die Beleuchtung geregelt.

Empfehlenswerte Wärmematten
Lucky Reptile Thermo Mat Wärmematte für Terrarien

  • 65 cm x 28 cm
  • Heizleistung 35 Watt
  • 150 cm Stromkabellänge
  • Preis ca. 37 Euro
Happet Terra Mat Wärmematte für Terrarien

  • 65 cm x 28 cm
  • Heizleistung 35 Watt
  • 150 cm Stromkabellänge
  • Preis ca. 27 Euro
Untraflache Wärmematte fürs Terrarium

  • 53 cm x 28 cm
  • Heizleistung 28 Watt
  • 150 cm Stromkabellänge
  • Preis ca. 20 Euro

Spot-Beleuchtung für Wärmezonen

In der Natur wärmen sich Geckos gerne auf von der Sonne aufgeheizten Steinen. Im Terrarium kann man durch die Positionierung von Spot-Strahlern lokal begrenzte Wärmezonen erschaffen, die die Tiere bei Bedarf nutzen können.

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Die meisten Geckoarten stammen aus Gebieten, in denen teils eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit üblich ist als hierzulande. Für eine gelungene Imitation des natürlichen Lebensraums muss die Luftfeuchtigkeit im Terrarium folglich meist reguliert werden. Je nachdem wie hoch die Luftfeuchtigkeit für die jeweilige Geckoart sein sollte, gibt es verschiedene Möglichkeiten dafür.

Die Luftfeuchtigkeit manuell regulieren

Wenn die Luftfeuchtigkeit lediglich im mittleren Bereich von ca. 40% bis 60% liegen muss, kommt man meist ohne spezielle Technik aus. Hier kann man die Luftfeuchtigkeit nach Bedarf manuell regulieren, indem man einfach ab und an mit einem Zerstäuber Wasser in das Terrarium sprüht.

Luftbefeuchter / Vernebler

Wenn die Luftfeuchtigkeit im hohen Bereich von 70%, 80% und mehr liegen muss, dann kommt man als Halter nicht um den Einsatz von zusätzlicher Technik herum. Mit Hilfe von automatischen Luftbefeuchtern bzw. Ultraschall-Verneblern kann dafür gesorgt werden, dass die Luftfeuchtigkeit stets den Anforderungen der Tiere entspricht.

Empfehlenswerte Luftbefeuchter / Vernebler
Terra Exotica Maxi Fogger Ultraschall-Luftbefeuchter

  • geräuscharm und energiesparend
  • integrierter Ionisator
  • Wassertank: 5 Liter
  • Schlauchlänge: 2 m
  • Verbrauch: < 400 ml/h
  • automatische Abschaltung bei leerem Wassertank
  • Preis ca. 60 Euro
Terra-Discount Ultraschall-Vernebler fürs Terrarium

  • Wassertank: 5 Liter
  • Schlauchlänge: 2 m
  • automatische Abschaltung bei leerem Wassertank
  • Preis ca. 45 Euro
Hobby Hygro-Plus Terrarien-Nebler

  • zur Platzierung in einem beliebigen Wassergefäß
  • sehr geringe Maße (ca. 5 cm Durchmesser)
  • Verbrauch: < 200 ml/h
  • automatische Abschaltung bei Wasserstand < 45 mm
  • Preis ca. 31 Euro

Beregnungsanlagen

Eine sinnvolle Alternative zum Luftbefeuchter bzw. Vernebler stellen die Beregnungsanlagen dar. Im Gegensatz zum Luftbefeuchter, der die Luftfeuchtigkeit durch das Versprühen von Wasserdampf erhöht, simulieren Beregnungsanlagen quasi den Regen des Regenwalds. Dies geschieht durch spezielle Düsen, die man im Terrarium positionen kann. Das Wasser „regnet“ dadurch in Tropfenform von oben herab und auch so kann die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zuverlässig und automatisch erhöht werden.

Ein Beispiel: Der Leopardgecko

Leopardgeckos gehören zu den beliebtesten Geckoarten im Bereich der Heimtierhaltung. Aus diesem Grund möchten wir diese Art nutzen, um die Imitation des natürlichen Lebensraums beispielhaft zu erklären.

Temperatur

Leopardgeckos sind als wechselwarme Tiere darauf angewiesen, dass in ihrem Terrarium ein Temperaturgefälle herrscht. Man sollte also darauf achten, dass das Terrarium niemals an jeder Stelle die gleiche Temperatur hat. Einem Leopardgecko muss es möglich sein, zwischen verschiedenen Temperaturbereichen auswählen zu können.

Tagsüber sind für Leopardgeckos Lufttemperaturen, die zwischen 25 und 30° C liegen, ideal. Ein kleiner Bereich des Terrariums sollte aber mithilfe eines Spot-Strahlers auf bis zu 45° C erwärmt werden, so dass die Geckos sich bei Bedarf darunter aufwärmen können.

Damit den Tieren auch in der Nacht etwas Wärme zur Verfügung steht, kann man eine Stein- oder Schieferplatte unter diesen Spot platzieren, denn so wird die Wärme gespeichert. In der Nacht sind Temperaturen, die zwischen 20 und 23° C liegen, für den Leopardgecko optimal.

Beleuchtung

Leopardgeckos sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere und entsprechend sind ihre Anforderungen an die Beleuchtung im Terrarium eher bescheiden.

Die Beleuchtung dient beim Leopardgecko hauptsächlich zum Simulieren von Tag und Nacht und den Jahreszeiten. Für die Grundbeleuchtung eignen sich klassische Leuchtstoffröhren mit warmweißen Licht (Lichtfarbe 840, Farbtemperatur 4000K) bzw. Tageslicht (Lichtfarbe 865, Farbtemperatur 6500K).

Zusätzlich benötigen Leopardgeckos, wie bereits unter dem Punkt Temperatur geschrieben, noch Wärmezonen, die am einfachsten und günstigsten über die Beleuchtung realisiert werden können. Hier sind klassische Spot-Strahler sehr gut geeignet, weil sie aufgrund ihrer Bauart genügend Wärme abstrahlen.

Welche Lampen bzw. Leuchtmittel man benötigt, ist allerdings ein wenig individuell. Denn welchen Einfluss sie auf die Temperatur im Terrarium haben, ist letztendlich u.a. von den Dimensionen des Terrariums (= der Montagehöhe) und dem Material, aus dem es besteht, abhängig. Üblicherweise kann man von Leuchtmitteln mit 40W bis 75W ausgehen.

Luftfeuchtigkeit

Was die Luftfeuchtigkeit anbelangt, so sollte diese für den Leopardgecko tagsüber zwischen 40% bis 50% und nachts bei 50% bis 70% liegen. Um solche Werte zu erreichen, ist es wichtig, dass man ab und zu etwas Wasser in das Terrarium sprüht.

Eine weitere Möglichkeit zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit kann die Einrichtung im Terrarium sein. Denkbar sind z.B. Höhlen, die aus gebranntem Ton bestehen, und regelmäßig mit Wasser übergossen werden. Dadurch nehmen sie die Feuchtigkeit auf und können diese mit der Zeit an die Luft abgeben.

Die richtige Technik zur Simulation des natürlichen Lebensraums im Terrarium
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