Gecko Haltung

Bei der Gecko Haltung gibt es einige Dinge, die man beachten sollte. Grundsätzlich sollte man sich vor dem Kauf eines Gecko darüber informieren, wie sein natürlicher Lebensraum aussieht und diesen so gut wie möglich nachgestalten. Es gibt viele Dinge, auf die man bei der Gecko Haltung achten muss. Denn Geckos sind keine gewöhnlichen Tiere, so brauchen sie zum Beispiel eine bestimmte Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Terrarium.

Die ideale Terrariengröße

Welche Terrariengröße man wählt, hängt immer davon ab, welche Gecko Art man bei sich zu Hause aufnehmen möchte. Wenn man zwei Geckos in einem Terrarium hält, ist eine Mindestgröße von 60 x 40 x 60 Zentimeter absolute Pflicht.

Wer seinem Gecko ein kleineres Terrarium zur Verfügung stellt, wird sehr bald merken, dass dieser sich in seinem neuen Zuhause nicht wohl fühlt. Dies ist dann auch für den Gecko Halter weniger schön, denn er wird einen wenig aufgeweckten neuen Mitbewohner haben. Außerdem ist es doch viel schöner, zu beobachten, wie sich Geckos verhalten, wenn es ihnen gut geht. Bei der Terrariumgröße gilt also: je größer, desto besser.

Terrarium selbst bauen?

Leider findet man im Zoohandel nur kleinere Terrarien, so dass es durchaus sinnvoll sein kann, selbst ein Terrarium zu bauen. Mit ein wenig Geschick dürfte dies relativ kostengünstig zu verwirklichen sein. Der Vorteil beim Eigenbau ist, dass man diesen so gestalten kann, wie man es gerne hätte.

Bevor man sich allerdings an den Terrarienbau heran wagt, sollte man einige Dinge vorher klären. Fragen, die man sich stellen sollte, sind beispielsweise diese hier:

Wie viel Platz steht mir für das Terrarium zur Verfügung?

Wie groß kann das Terrarium sein und welchen Standort bestimme ich dafür?

Welche Art Terrarium möchte ich bauen (trockenes Klima, feuchtes Klima)?

Welches Material will ich verwenden und welche Bauweise bevorzuge ich?

Beim Bau des Terrarium sollte man darauf achten, dass man ausreichend Belüftungsflächen schafft, damit Stickluft vermieden werden kann und darauf, dass die Beleuchtung der Tierart sowie der Größe des Terrarium angepasst werden kann. Wer sich an die Elektrik in einem Terrarium nicht heran wagen möchte, sollte einen Fachmann um Hilfe bitten, denn es ist äußerst wichtig, dass ein für den Gecko angenehmes Klima geschaffen wird. Wichtig sind dabei die Beheizung (mit Hilfe von Heizmatten oder Heizkabel), die Kühlung (mit Ventilatoren u.Ä.), sowie die Feuchtigkeit (durch eine Regenanlage oder einen Ultraschallvernebler etc.).

Unbedingt geplant werden sollte bei einem Terrariumbau ein Wasserfall, ein Teich oder ein Flusslauf, außerdem sollte man besonderen Wert auf die Inneneinrichtung und die Wandgestaltung legen.

Am besten ist, man kombiniert verschiedene Materialien beim Bau miteinander. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man zugeschnittene und geschliffene Glasscheiben kaufen und diese dann mithilfe von Silikon zu einem Terrarium zusammenbauen. Es eignet sich aber nur für kleine Gecko Arten, die nicht viel frische Luft benötigen.

Wer kein Vollglasterrarium möchte, der kann das Terrarium auch komplett aus Holz bauen, lediglich die Front sollte aus Glas bestehen. Wenn man sich für diese Variante entscheidet, sollte man aber Spezialplatten verwenden, die wasserabweisend sind. Ansonsten eignet sich das Terrarium aus Holz nur für Trockenterrarien. Auch mit Styropor kann man relativ schnell ein Terrarium bauen, indem man Styroporplatten entsprechend zuschneidet und mit Silikon verklebt. Von Vorteil ist hier, dass man Belüftungsflächen, Beleuchtung und andere notwendige Dinge relativ leicht anbringen kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Terrarien mit einem Metallrahmen aus Stahl, Eisen oder Aluminium zu bauen. Dies kann dann mit Holz, Glas oder Plexiglas kombiniert werden. Im Handel findet man hierfür bereits fertige Stecksysteme. Vorteil bei Terrarienbauten, die mit Beton oder Ziegel gemauert sind, ist, dass diese sehr stabil sind und sehr lange halten.

Bevor man mit dem Bau des Terrarium beginnt, sollte man sich genau über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bauweisen informieren. Vielleicht kann man auch einen befreundeten Handwerker um ein wenig Hilfe bitten.

Die Beleuchtung in einem Terrarium

Ein weiterer Punkt, der sehr wichtig bei der Gecko Haltung ist, ist die Beleuchtung. Wer die Beleuchtung aus Unwissenheit vernachlässigt, kann das Leben des Geckos sehr beeinträchtigen. Denn die Beleuchtung hat im Gecko Terrarium viele wichtige Aufgaben. Sie ist zuständig für die Wärme und Helligkeit, die notwendige UVA- und UVB-Strahlung, aber auch für die Stoffwechselsteuerung des Gecko, die Tag-/Nachtregelung und die Jahreszeitensimulation. Allerdings kann die Beleuchtung für einen Gecko auch zweitrangig sein, je nachdem, ob er nachtaktiv oder tagaktiv ist.

Nur dann, wenn man darauf achtet, dass im Terrarium der richtige UV-Anteil besteht, trägt man im positiven Sinne zur Gesundheit des Gecko bei. In einem Terrarium ohne optimale Beleuchtung wird der Stoffwechsel des Gecko stark beeinträchtigt. Wie hoch die Lichtintensität sein sollte, ist allerdings von der Gecko Art, den Lebensformen und dem Lebensraum abhängig.

Einrichtungsgegenstände

Es gibt verschiedene Einrichtungsgegenstände für Geckos, welche diesem das Leben im Terrarium verschönern. Damit es keinen Streit gibt, wenn man mehrere Geckos in einer Gruppe hält, sollte darauf geachtet werden, dass jeder Gecko mindestens eine Höhle hat. Daneben sollte es noch viele weitere Versteckmöglichkeiten geben, die sicher im Terrarium angebracht werden sollten.

Allgemein ist es wichtig, den natürlichen Lebensraum der Geckos so gut wie möglich nachzubilden. Für die meisten Gecko Arten bedeutet dies, dass versucht werden muss, ein Wüstenklima oder eine Steppe naturgetreu nachzubilden. Was die Bepflanzung anbelangt, sollte man am besten auf Tillandsien zurückgreifen, denn diese kommen der natürlichen Umgebung des Geckos am nächsten.

Als Untergrund für das Terrarium sollte man ein Gemisch aus Sand und Lehm verwenden. Da Geckos leidenschaftlich gerne graben, sollte man darauf achten, den Boden mit mindestens 5 bis 10 cm der Mischung zu bedecken. Schwere Gegenstände sollten aber immer direkt auf dem Boden stehen, damit diese beim Graben nicht auf den Gecko stürzen können.

Ganz wichtig für den Gecko sind Versteckmöglichkeiten, denn in diesen wird er fast den gesamten Tag verbringen. Hierfür eignen sich Stein-Aufbauten ebenso wie Wurzeln, Korkeichenrinde, Blumen-Untersetzer die man umdreht, halbierte Blumentöpfe und Kunsthöhlen. Beim Einrichten sollte darauf geachtet werden, dass der Gecko viele dunkle Verstecke hat, die ihm Schutz bieten können. Allerdings sollten die Verstecke nicht zu geräumig sein, sonst fühlt sich der Gecko nicht geborgen.

Auch Klettermöglichkeiten sind für den Gecko sehr wichtig. Dicke, raue Äste und eine strukturierte Rückwand mit Plateaus sollten ein Muss in einem Gecko Terrarium sein. Wer handwerklich ein wenig geschickt ist, kann innerhalb kurzer Zeit mit Styropor, Mörtel oder flachen Steinen eine Rückwand für das Terrarium bauen.

Der Gecko sollte in seinem Terrarium auch einige Pflanzen haben. Diese sollten aber besonders widerstandsfähig sein, wie zum Beispiel der Bogenhanf. Unverzichtbar ist auch eine Trinkschale, die man regelmäßig mit frischem Wasser befüllt.

Das richtige Klima

Besonders wichtig ist, dass der Gecko in seinem Terrarium ein angemessenes Klima vorfindet. Hierbei sollte man darauf achten, dass das Terrarium niemals an jeder Stelle die gleiche Temperatur hat. Einem Gecko muss es möglich sein, zwischen verschiedenen Temperaturbereichen auswählen zu können.

Um am Anfang ein Gespür dafür zu bekommen, wie man Temperatur und Luftfeuchtigkeit richtig einstellt, ist es wichtig, in den ersten Wochen die Werte mit einem Thermo- bzw. Hygrometer zu beobachten.

Welche Temperaturen und welche Luftfeuchtigkeit für den Gecko optimal ist, hängt davon ab, für welche Gecko Art man sich entschieden hat. Leopardgeckos beispielsweise sind wechselwarme Tiere, die darauf angewiesen sind, dass in ihrem Terrarium ein Temperaturgefälle herrscht. Tagsüber sind Lufttemperaturen, die zwischen 25 und 30° liegen, ideal. Ein kleiner Bereich des Terrariums sollte aber mithilfe eines Spotstrahlers auf bis zu 45° erwärmt werden, so dass der Gecko sich bei Bedarf darunter aufwärmen kann. Damit dem Gecko auch in der Nacht etwas Wärme zur Verfügung steht, kann man eine Stein- oder Schieferplatte unter diesem Spot liegen, denn so wird die Wärme gespeichert. In der Nacht sind Temperaturen, die zwischen 20 und 24° liegen, für den Gecko optimal.

Was die Luftfeuchtigkeit anbelangt, so sollte diese tagsüber zwischen 30% bis 40% und nachts bei 50% bis 70% liegen. Um solche Werte zu erreichen, ist es wichtig, dass man ab und zu etwas Wasser in das Terrarium sprüht. Ebenso nützlich sind Höhlen, die aus gebranntem Ton bestehen, und regelmäßig mit Wasser übergossen werden. Dadurch nehmen sie die Feuchtigkeit auf und können sie mit der Zeit abgeben.

Winterruhe – Bitte nicht stören!

Bei einigen Gecko Arten ist es durchaus üblich, Winterruhe zu halten. Vor allem der Leopardgecko sollte eine Winterruhe von etwa zwei Monaten haben. Damit man dabei das Leben des Gecko nicht gefährdet, sollten die Temperaturen während dieser Zeit auf keinen Fall unter 12° fallen. Ideal sind tagsüber Temperaturen, die sich zwischen 12 und 15° bewegen und nachts bei 15 bis 18° liegen. Außerdem reicht dann eine Beleuchtung mit einer Dauer von etwa sechs Stunden pro Tag vollkommen aus.

Bevor man die Winterruhe einleiten kann, sollte man den Gecko noch einmal auf Parasiten überprüfen. Dies kann man tun, indem man im September eine Kotprobe nimmt und diese beim Tierarzt untersuchen lässt. Sofern die Probe positiv ist, ist noch genügend Zeit für eine Behandlung. Die Winterruhe beginnt dann Ende September, indem man die Beleuchtungsdauer in jeder Woche um etwa 90 Minuten verringert, bis man dann etwa Mitte November nur noch sechs Stunden am Tag das Terrarium beleuchtet. Ebenso langsam sollte die Grundtemperatur im Terrarium gesenkt werden, damit sich der Gecko langsam auf die bevorstehende Zeit vorbereiten kann.

Winterruhe halten dürfen nur Geckos, die bereits erwachsen sind und gut genährt sind. Trächtige Tiere sollten ebenso wenig zur Winterruhe angehalten werden wie kranke Geckos. Außerdem sollten Geckos, die ihren Schwanz verloren haben, keinen Winterschlaf halten, denn da sich im Schwanz die Fettreserven befinden, würde der Gecko die Winterruhe unter Umständen nicht überleben.

Einzeln oder gemeinsam?

Ob man den Gecko einzeln oder in einer kleinen Gruppe halten sollte, ist immer von der Art abhängig. Prinzipiell sollte man einen Gecko aber nicht allein halten, denn eine Vergesellschaftung macht nicht nur den Tieren mehr Freude, sondern ist auch für den Halter sehr interessant, immerhin kann man das Verhalten der Geckos untereinander relativ gut beobachten.

Allerdings sollte man sich nur dann Geckos in kleinen Gruppen anschaffen, wenn für ausreichend Platz gesorgt ist. Mittlerweile gibt es ein Tierschutzgesetz, das genau vorschreibt, welche Mindestmaße das Terrarium für Geckos haben muss. Bei Leopardgeckos sollten 1-2 Tieren bis zu einer Größe von 10 cm eine Grundfläche von 0,10 m², eine Höhe von 0,3 m und eine zusätzliche Fläche für jedes Tier von 0,1 m² zur Verfügung stehen. Geckos, die eine Größe von 10 bis 15 cm erreichen, sollten eine Grundfläche von mindestens 0,3 m², eine Höhe von 0,4 m und für jedes weitere Tier eine zusätzliche Fläche von 0,1 m² haben. Bei erwachsenen Tieren ist eine Grundfläche von 0,5 m², eine Höhe von 0,4 m und eine zusätzliche Fläche für jedes weitere Tier von 0,2 m² Pflicht.

Wenn man zwei oder mehrere Gecko Männchen zusammenhalten möchte, gilt, dass das Terrarium so groß wie möglich sein sollte, denn Männchen können untereinander sehr leicht aggressiv werden. Ein Gecko Weibchen sollte man niemals mit einem Männchen zusammenhalten, denn während der Paarungszeit würde das Weibchen zu sehr bedrängt und damit zu viel Stress ausgesetzt. Daher ist es sinnvoller, mehrere Weibchen zusammen mit einem Männchen zu halten.

Was man aber auf keinen Fall tun sollte, ist, Geckos mit anderen Reptilien zu vergesellschaften. Wenn man diese Regeln einhält, wird man das Verhalten der Geckos untereinander besonders gut beobachten können.

Sind Geckos Schmusetiere?

Geckos sind auf keinen Fall Tiere, mit denen man schmusen kann. Natürlich gibt es einige Geckos, die sich von ihrem Halter relativ leicht hochnehmen lassen oder sogar von selbst auf die Hand krabbeln, trotzdem sollte man sie nicht ständig mit sich herumtragen. Mit jungen Tieren sollte man besonders nachsichtig sein, denn Geckos sind dafür bekannt, dass sie erst mit zunehmendem Alter neugierig und auch zutraulicher werden. Das kann aber von Tier zu Tier verschieden sein.

Geckos sind Tiere zum Beobachten und wenn man ihnen einen artgerechten Lebensraum bietet, wird man sehr viel Spaß dabei haben, zu beobachten, wie sich Geckos untereinander verständigen.

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